Wyylde

Wyylde, libertinistisches Dating-Portal

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Les Datingseiten, und ganz besonders die für Swinger, gibt es wie Sand am Meer. Als ich mich zu dem Thema informiert habe, bin ich auf alles Mögliche gestoßen … Zum Beispiel auf eine Datingseite für Leute, die es ernst meinen. Denn verdammt noch mal, wir sind ja schließlich nicht hier, um Spaß zu haben! Oder auf welche für Leute mit Hund oder Katze: Bevor sich Menschen miteinander vergnügen, ist es wichtig zu wissen, ob Bello und Lassie friedlich zusammenleben können. Oder auch auf eine für reiche Leute. Spoiler: Männer zahlen für jede verschickte Nachricht ordentlich drauf.

Aber na ja, vielleicht gebe ich euch irgendwann mal einen lustigen Überblick über die schrägsten Sachen, auf die ich gestoßen bin. Bis dahin aber, und da wir seit einigen Jahren auf dieser Seite (und anderen) angemeldet sind, haben wir einiges zum Vergleichen und ich beschränke mich deshalb darauf, euch von unseren Erfahrungen mit einer der bekanntesten Seiten der Swingerszene zu berichten: Wyylde (ehemals NetEchangisme).

Wyylde

Nachtrag : ein Gutscheincode und Ergänzungen am Ende des Artikels

 

Fangen wir am besten ganz von vorne an: Die Seite richtet sich eindeutig an die Swingerszene und nicht an Leute, die allgemein auf Partnersuche sind. Wyylde bezeichnet sich sogar selbst als „das erste soziale Netzwerk für Swinger“.

Auf den ersten Blick scheint die Seite – auch wenn sie nicht die einzige ist, die damit prahlt – tatsächlich vielseitig genutzt zu werden: Man ist nicht nur dort, um neue Leute kennenzulernen. Auf die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten gehe ich hier ein. Warum geht man also auf Wyylde? … Oder zumindest: Warum gehen wir dorthin?

Leute kennenlernen

Eine Datingseite ist, wie der Name schon sagt, in erster Linie dazu da, Leute kennenzulernen.

Dating-Portal
Was ihr sucht (Quelle: Flickr von Dragan DL, CC)

 

Auf manchen Swingerseiten wird man von einer ganzen Meute aufdringlicher Typen belagert. Auf Wyylde könnt ihr beruhigt sein: Nervensägen begegnet man zwar auch dort (einen Captcha-Test gegen Nervensägen gibt es noch nicht), aber aus mehreren Gründen sind es deutlich weniger, und sie sind weniger aufdringlich:

Die Beliebtheit von Wyylde in der Swingerszene

Zum einen ist die Seite in Swingerkreisen sehr beliebt, sodass dort viele Swinger angemeldet sind, darunter ein großer Anteil an Paaren. Wenn ihr euch als Frau oder Paar anmeldet, habt ihr zwar großen Erfolg, aber ihr seid nicht die einzige mögliche Zielscheibe für alleinstehende Männer in der Umgebung, was die Kontaktaufnahme tendenziell etwas entspannter macht. Und vor allem könnt ihr ganz unkompliziert mit anderen Paaren in Kontakt kommen: Davon gibt es genug, sodass ihr die Qual der Wahl habt.

Der kostenpflichtige Zugang

Zum anderen ist die Seite für alle kostenpflichtig: Das ist natürlich an sich ein Nachteil, und manche werden jetzt schreien, dass es sich dabei um eine einkommensabhängige Ausgrenzung handelt, blablabla … Okay, vielleicht ist da ein bisschen was dran, aber der Preis ist auch nicht überzogen, wenn man ihn mit viel alltäglicheren Dingen vergleicht, etwa einem Abo für irgendeinen Video-on-Demand-Dienst.

Und dann hat das Ganze einen Effekt, der zwar moralisch fragwürdig, aber in der Praxis sehr wirksam ist: Die Leute zahlen dafür, dort zu sein. Man trifft dort also auf keinen Internet-Troll, auch nicht auf Tante Joséphine oder den Kollegen Roberto, die sich „nur mal umsehen wollen, ob ihr auch da seid“, oder einfach auf den nervigen Fantasten, der sich noch am selben Abend angemeldet hat, um sich auf eure Kosten einen runterzuholen (vor allem im Bereich „Live“, wo ihr euch per Webcam zur Schau stellen könnt).

Filteroptionen

Um die Auswahl weiter einzugrenzen, kann man festlegen, von welchen Mitgliedertypen man kontaktiert werden möchte: Wer möchte, kann also Nachrichten von alleinstehenden Männern ablehnen (oder von Frauen, falls euch zu viele notgeile Damen penetrant mit ihren Genitalien zur Schau stellend zuspammen, aber aus irgendeinem Grund kommt das seltener vor). Vielleicht ein bisschen sektiererisch, aber immerhin begrenzt es die Anzahl der Nachrichten, die man erhält.

Wyylde – Filteroptionen

 

Wir haben diese Option „Schwanzblocker“ deaktiviert: Die armen netten Herren wurden gleich mit blockiert! Fazit: Bei all den blauen Kreisen (blau steht für Männer), die im Instant-Messenger auftauchen, muss man einerseits die netten und süßen Gesprächspartner behalten, andererseits die netten Gesprächspartner, die überhaupt nicht mein Typ sind, aber trotzdem eine kleine Antwort verdient haben, und gleichzeitig die Gesprächsversuche aussortieren, die uns nicht ansprechen. Dafür braucht man eine ausgeklügelte Sortiermethode – die wir anscheinend nicht gefunden haben. Tatsächlich kommt es nicht selten vor, dass wir uns bei Gesprächen im Club bewusst werden, dass ein ausgesprochen geselliger und gut gebauter Herr schon versucht hatte, uns auf Wyylde zu kontaktieren, ohne dass wir es bemerkt hatten.

Die „Referenzen“

Die größte Angst beim Online-Dating ist, auf Leute mit bösen Absichten zu treffen, à la Bonnie und Clyde oder Francis Heaulme – oder auch auf jemanden, der mit eurem Fernseher unter dem Arm davonrennt oder heimlich eure Kreditkartendaten abschreibt, während ihr euch wieder anzieht. Eine andere beängstigende Möglichkeit: Eine Person, die zunächst vollkommen vertrauenswürdig wirkt, bekommt plötzlich einen Wutanfall und verwandelt euren Abend in einen Albtraum.

Paranoia? Vielleicht. Die meisten Leute sind sozial völlig in Ordnung und keine Serienmörder, die Menschenfleisch essen, oder Sammler kleiner, in Salz eingelegter Finger. Aber man darf auch keine Lust haben, das Risiko einzugehen. In Stücke zerlegt zu werden oder einen schrecklichen Abend mit beunruhigenden Gestalten zu verbringen, ist nicht gerade aufregend. Wie kann man also sicherstellen, dass das nicht passiert? Dank der „Referenzen“ in den Profilen.

Angemeldete Mitglieder können nämlich – müssen aber nicht – „Referenzen“ anderer Abonnenten veröffentlichen. Wenn dieser Bereich ausgefüllt ist, enthält er natürlich nur gegenseitige Komplimente. Interessant ist aber, dass „Referenzen“ in der Regel nur zwischen Personen ausgetauscht werden, die sich „im echten Leben“ getroffen haben. Ein Profil mit Referenzen garantiert nicht, dass ihr euch mit seinem oder seinen Besitzer(n) gut versteht, aber es ist zumindest ein gutes Zeichen dafür, dass sie für andere Swinger angenehme Gesellschaft sein können.

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Und was ist mit gefälschten Referenzen? (Ja, ich ziehe alle paranoiden Möglichkeiten in Betracht … Wenn ihr mich trefft, passt auf eure kleinen Finger auf, falls ich irgendwo einen Salzstreuer finde …). Da man dafür Abonnent sein muss, würde es einiges kosten und eine blühende Fantasie erfordern, ein falsches Profil zu erstellen, das mit Referenzen von anderen glaubwürdigen falschen Profilen untermauert ist. Dass sich jemand mit bösen Absichten diese Mühe macht, obwohl ihm zahlreiche einfachere und kostenlose Möglichkeiten zur Verfügung stehen, scheint wirklich unwahrscheinlich.

Mit Leuten in Kontakt bleiben, die man im Club kennengelernt hat

Swingen bedeutet auch, neue Leute kennenzulernen und dabei ein gewisses Maß an Anonymität zu wahren.

Auf einer Swingerparty lernt man jede Menge neue Leute kennen, mit denen man manchmal gern in Kontakt bleiben möchte.

Das Paar, mit dem ihr gerade den Abend verbracht habt, ist zwar bezaubernd, aber trotzdem wollt ihr ihm nicht die Kontaktdaten des Facebook-Accounts geben, über den ihr mit der ganzen Familie die Hochzeitsfotos eurer Cousine teilt? Der junge Mann war heiß wie die Hölle und ihr wollt ihn wiedersehen, aber ihr könnt seinen Charakter nicht gut genug einschätzen, um sicher zu sein, dass er nicht zu denen gehört, die ihre neuen Kumpels gegen drei Uhr morgens anrufen? Die junge Frau ist lustig und sexy, aber ihr seid viel zu beschäftigt damit, mit ihr zu tanzen, um die Stimmung zu ruinieren und erst etwas zum Aufschreiben einer Telefonnummer suchen zu gehen?

Orgie
Ein ungeeigneter Moment, um die Nummer eurer neuen Freunde aufzuschreiben (Quelle: Édouard-Henri Avril, De Figuris Veneris)

 

Die Lösung: Tauscht eure Benutzernamen auf einer Swinger-Datingseite aus. Das ist anonym und leichter zu merken als eine Telefonnummer. Dafür müsst ihr auf der betreffenden Seite ein Konto haben und euer Gegenüber ebenfalls. Und hier kommt Wyylde ins Spiel. In Frankreich ist es vermutlich die meistbesuchte Swingerseite, und sehr viele Swinger sind dort angemeldet. So sehr, dass die Frage „Hast du einen Netech’-Account?“ (die sich allmählich in „Hast du einen Wyylde-Account?“ verwandelt, aber wir sind noch an den alten Namen gewöhnt, der sich in Gesprächen hält) die traditionellen Fragen „Gibst du mir deine Nummer?“ oder „Bist du auf Facebook?“ ersetzt.

Sich über mögliche Ausgehziele informieren

Im Club

Ob ihr nun in Paris oder in der Provinz wohnt: Abgesehen davon, dass ihr vielleicht in einem Dorf auf dem Land lebt, in dem Kühe und Schafe eure einzigen Nachbarn sind, gibt es wahrscheinlich einen oder mehrere Swingerclubs in eurer Nähe. Um die Themen der Partys zu erfahren, haben die Clubs normalerweise eine Website. Aber ein Flyer, der eine Party mit „bi Frauen“, „Dreiern“, „Gangbang“ oder auch „Mojitos“ oder „Apfelkuchen“ (Letzteres habe ich erfunden) ankündigt, ist zwar schön und gut, sagt euch aber nicht, ob ihr euch auf eine Riesenparty mit hundert Leuten einlasst oder mitten unter drei Hanseln landet, die euch aus dem Augenwinkel anstarren und sich dabei in den Schritt fassen.

Wenn ihr die Locations kennt, habt ihr schon eine Vorstellung davon. Trotzdem ist die Zahl der Teilnehmenden von einer Party zur nächsten unterschiedlich und beeinflusst die Atmosphäre enorm. Ob man sich lieber inmitten einer dichten Menschenmenge wiederfindet oder im kleinen Kreis bleibt – es ist gut zu wissen, was einen erwartet.

einen Pseudotausch auf einer libertinen Dating-Plattform

 

Alle Swingerclubs (oder fast alle?) haben ihre eigene Wyylde-Seite und stellen ihre Partys als „Veranstaltungen“ vor. Die Clubs können euch Einladungen schicken, oder ihr könnt selbst nachsehen, welche Veranstaltungen in der Umgebung stattfinden, wie viele Personen teilnehmen und wer diese Personen sind. Wenn euch eine Party interessiert, könnt ihr euch dafür anmelden (das verpflichtet zu nichts, sondern ist einfach eine Möglichkeit anzukündigen: „Ich werde an dem Tag da sein“). Als netten Bonus spendieren manche Clubs Paaren, die auf dem Flyer angemeldet sind, manchmal ein Getränk (na ja, eine Party, für die sich viele anmelden, zieht tendenziell noch mehr Leute an).

Private Partys

Wenn man ein einigermaßen aktives Konto hat, bekommt man auch Einladungen zu privaten Partys (das heißt: Partys in kleinerem Kreis, an einem normalerweise eigens dafür reservierten Ort, mit mehr Sex und weniger Tanzen als in einem Club). Ich werde das Thema nicht weiter ausführen, weil wir es noch nie ausprobiert haben. Aber nachdem ich mich ein wenig mit anderen Swingern darüber unterhalten habe, scheint es bei privaten Partys alles Mögliche zu geben, von richtig toll bis völlig daneben. Es ist wichtig, sich vorher über den Veranstalter zu informieren (sicherzustellen, dass er bekannt und seriös ist), um böse Überraschungen zu vermeiden.

Fazit

Man muss weder bei Wyylde noch bei einer vergleichbaren Seite ein Konto haben, um zu swingen: Swingleben ist eine Lebenseinstellung, die sich auf unterschiedliche Weise ausleben lässt, und jeder macht, worauf er Lust hat. Aber es ist ein praktisches Hilfsmittel, um im Internet mit anderen Swingern zu kommunizieren, sei es, um sich kennenzulernen oder wieder Kontakt aufzunehmen.

 

Nachtrag : ein paar Ergänzungen (und ein Gutscheincode)

Leute von Wyylde haben uns kontaktiert, nachdem sie diesen Artikel gelesen hatten, und wollten ein paar Dinge ergänzen:

  • Zum Preis des Abos: „Die meisten Datingseiten, egal ob für Swinger oder nicht, sind kostenpflichtig. Der Preis ist sehr niedrig. Es gibt keine Ausgrenzung, denn wir bieten ehemaligen Abonnenten, die ihr Abo verlängern, immer einen Rabatt an, und die Preise reichen von Allopass bis zum Jahresabo.“

Es stimmt, dass die meisten Seiten kostenpflichtig sind. Das gilt umso mehr für die zumindest einigermaßen zuverlässigen. Außerdem haben wir im Artikel ja schon erwähnt, dass wir den Preis überhaupt nicht unangemessen finden, besonders im Vergleich zu anderen Dienstleistungen.

  • „Neben den Referenzen gibt es auch zertifizierte Profile: Die Zertifizierung ist ein Qualitätsmerkmal, mit dem ihr die Anzeige eures Profils hervorheben, nachweisen könnt, dass ihr ein seriöses Profil habt, und eure Chancen, kontaktiert zu werden und Leute kennenzulernen, deutlich steigern könnt.“

Tatsächlich hatten wir die Profilzertifizierungen nicht erwähnt, weil wir unser Profil nicht zertifiziert haben und das deshalb unter den Tisch gefallen ist. Aber es gibt sie, und sie werden ziemlich häufig genutzt.

  • Gefälschte Referenzen: „Das kommt wirklich sehr selten vor, denn mittlerweile lassen sich falsche Profile leicht anhand der ID oder gefälschter Fotos erkennen, die wir ohne Zögern von der Seite verbannen.“

Wir selbst konnten noch nie gefälschte Referenzen feststellen, also glauben wir ihnen einfach mal.

  • Die Besucherzahlen: „Wyylde ist die Swingerseite Nummer 1 in Frankreich, mit 300 000 Besuchern pro Tag und 2 Millionen angemeldeten Mitgliedern.“

Nach dem, was wir auf verschiedenen Websites zur Analyse der Besucherzahlen gesehen haben, klingt das völlig glaubwürdig.

 

Außerdem hat man uns einen Gutscheincode für unsere Leser angeboten :-) : WYYLDE2017 , mit dem ihr 7 Tage kostenloses Abo auf Wyylde bekommt.

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