Phosphoreszierendes Kondom

Das phosphoreszierende Kondom: Zusammensetzung und Verwendungen

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Das phosphoreszierende Kondom weckt Neugier. Dieses erotische Accessoire tauchte zunächst in einigen Sexshops im Internet auf, verbreitete sich dann unter verschiedenen Marken und ist inzwischen problemlos im Supermarkt zu finden.

Phosphoreszierendes Kondom

Woraus ist das gemacht? Ist es wenigstens nicht radioaktiv?

Dabei denke ich vor allem an die Radium-Kondome (die übrigens nicht leuchteten), die in den 1920er-Jahren wegen ihrer verhütenden Wirkung vermarktet wurden (klar, radioaktives Zeug tötet so ziemlich alles, auch Spermien), obwohl man damals noch nichts über die Gefahren der Radioaktivität wusste. Und an die armen Männer und Frauen jener Zeit, die sich mit einem tödlichen Produkt den Pimmel / die Muschi eingerieben haben, weil sie glaubten, sich damit zu schützen.

Da denke ich mir, es könnte nicht schaden, sich zu informieren – nur für den Fall.

Die Zusammensetzung eines phosphoreszierenden Kondoms

Ich habe mich voller Zuversicht auf die Suche im Internet gemacht, überzeugt davon, etwas zu finden, womit ich euch beruhigen könnte, indem ich euch mit gelehrtem Ton seine Zusammensetzung und deren Bedeutung vortrage. Oder zumindest etwas, womit ihr überprüfen könnt, dass eure phosphoreszierenden Kondome nicht eure intimen Zonen mutieren lassen.

Also sitze ich da und frage Google nach der Zusammensetzung eines phosphoreszierenden Kondoms. Und da bin ich erst mal baff. Denn die einzige Information, die ich auf den Seiten finde, die sie verkaufen, lautet, dass das betreffende Kondom aus drei Schichten besteht: einer Schicht Latex, einer Schicht aus einem “völlig harmlosen Zeug, das im Dunkeln leuchtet” (ja, aber was denn?) und noch einer Schicht Latex. Na ja, danke für die Info, aber viel schlauer bin ich dadurch auch nicht.

Da ich es mir vorher vor Wikipedia gemütlich gemacht hatte, um die Unterschiede zwischen Fluoreszenz, Phosphoreszenz, Photolumineszenz und Chemilumineszenz besser zu verstehen (entschuldigt dieses saublöde Wortspiel), erfahre ich in Chemieforen und auf verschiedenen Websites von Pigmentherstellern, dass Pigmente, die im Dunkeln grünlich leuchten, phosphoreszieren und meist auf Basis von Zinksulfid oder Strontiumaluminat hergestellt werden (nicht radioaktiv, aber ziemlich giftig). Diese Verbindungen müssen mit sehr geringen Mengen an Verunreinigungen dotiert werden. Dafür kann man Kupfer, Europium oder radioaktive Verbindungen verwenden.

Das phosphoreszierende Kondom ist nicht radioaktiv

Die Antwort auf meine Frage habe ich schließlich auf der Website der CRIIRAD (Unabhängige Kommission für Forschung und Information über Radioaktivität) gefunden. In einem Dokument, in dem erklärt wird, wie man Uhren mit radioaktiven Elementen erkennt, erfahre ich: Wenn die Leuchtkraft nach und nach abnimmt, bis sie nach einigen Minuten oder Stunden ganz verschwindet, dann ist der phosphoreszierende Gegenstand nicht radioaktiv.

Das phosphoreszierende Kondom leuchtet, nachdem es 30 bis 60 Sekunden lang dem Licht einer Lampe ausgesetzt war, zwischen 5 und 15 Minuten. Es ist also nicht radioaktiv. Über eine mögliche chemische Giftigkeit sagt uns das zwar nicht allzu viel, aber immerhin schon mal etwas.

Falls ihr trotzdem Zweifel habt (zum Beispiel, weil ihr eine wirklich zwielichtige Marke mit seltsamen Symbolen darauf gekauft habt) und trotz eurer Abenteuerlust oder suizidalen Tendenzen nicht einfach eure Kondome wegwerfen wollt, könnt ihr zumindest vor dem Gebrauch überprüfen, ob sie nicht die ganze Nacht lang leuchten.

Vorsicht vor Gadgets, die nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen

Aber Vorsicht: Einige der phosphoreszierenden Kondome, die im Internet verkauft werden, haben lediglich eine dekorative Funktion. Sie schützen also weder vor sexuell übertragbaren Krankheiten noch vor einer Schwangerschaft. Darauf wird aber normalerweise auf der Verpackung oder auf der Verkaufsseite hingewiesen.

Das phosphoreszierende Kondom: Warum?

Warum sollte man ein phosphoreszierendes Kondom benutzen? Bei seiner dreifachen Schicht ist das ganz sicher keine Frage des körperlichen Komforts. Da die Antwort nicht für alle auf den ersten Blick unbedingt auf der Hand liegt, möchte ich euch ein paar Vermutungen anbieten.

Die biologische Hypothese (und ein bisschen eklig)

Meine Herren, ihr stellt euch vor, ihr wärt ein ekliges Tiefseeviech mit einem biolumineszenten Fortsatz. So eine Art weiblicher Tiefsee-Anglerfisch (das winzige Männchen lebt einfach am Körper des Weibchens festgewachsen, da müsst ihr also alle Macho-Vorurteile über Bord werfen). Ihr benutzt also euren leuchtenden Fortsatz, um die unschuldige Beute anzulocken.

Meine Damen, auch ihr stellt euch einen wenig appetitlichen Tiefseefisch vor, aber einen, der im Magen des Erstbesten landet. Ihr seht ein Licht in der Dunkelheit um euch herum und …

Nein. Diese Idee weiterzuverfolgen, war keine gute Idee.

Na ja, äh, ich glaube, wir hören hier lieber auf. Als Fantasie nicht besonders wahrscheinlich.

 Die Internet-Hypothese

Wenn man VieDeMerde.fr Glauben schenkt, sind bei den Herren offenbar zwei Verwendungszwecke verbreitet:

  • Der Jedi-Schwanz (und nicht etwa der Donnerstagsschwanz, der dem Mittwochsschwanz ziemlich ähnlich ist) (hier und hier): Dabei betrachtet man sein bestes Stück als Lichtschwert. Grün, wie das von Yoda, was bedeutet, dass sein Träger das Studium der Macht dem Studium der Lichtschwert-Kampftechniken vorzieht. Nur mit einer überzeugten Geekette ausprobieren – sonst findet man seine Heldentaten womöglich in kummervollem Ton auf einer Website wieder, auf der von komischen Missgeschicken erzählt wird.
  • Der blinkende Schwanz (hier und hier): Tja, wenn er reingeht, sieht man das Licht nicht, und wenn er rauskommt, sieht man es. Na, findet ihr es subtil, euch für den Laternenanzünder zu halten? Yoda beim Ficken ist schon ziemlich grenzwertig, aber Der kleine Prinz ist dann doch geradezu krank!

Die außerirdische Hypothese

Komm her, dann zeige ich dir meine Alien-Technologie …

Diese Technik sollte man (äußerst) sparsam einsetzen. Sie wird wahrscheinlich mehr Lachanfälle als Orgasmen auslösen. Aber na ja, solange es wirklich nur gelegentlich vorkommt, warum nicht?

 

(Quelle der Illustration: Flickr-Galerie von @heylovedc)

 

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